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Österreich

Der Klimawandel in Österreich

Auch in Österreich sind die Folgen des Klimawandels wie etwa das Abschmelzen der großen Gletscher nicht mehr zu übersehen. Als Beitrag zum Klimaschutz hatte sich Österreich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, die eigenen Klima-gasemissionen bis 2012 um 13 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu senken.  Dieses Ziel wurde nicht erreicht, so dass Österreich rund 70 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ausgleichen musste.

Wie sehr ist Österreich schon heute betroffen und was kommt auf Österreich noch zu? Der Österreichische Sachstandsbericht „Klimawandel 2014“, der von 250 österreichischen KlimaforscherInnenn im Auftrag des Klima- und Energiefonds verfasst wurde, zeigt ein ernüchterndes Ergebnis. Der Einfluss des Klimawandels auf Wasser, Boden, Tierwelt, das gesamte Ökosystem und auf den Menschen ist unübersehbar. Beispielsweise ist eine Zunahme extremer Wetterereignisse in Österreich zu verzeichnen, deren ökonomische Auswirkungen bereits jetzt erheblich sind. Betroffen vom Klimawandel sind praktisch alle Bereiche – Land- und Forstwirtschaft, Ökosysteme, Biodiversität, aber auch Tourismus und das Gesundheitssystem.

Werden keine Maßnahmen ergriffen - das heißt bei einem "business-as-usual" Emissionsszenario - prognostiziert der Sachstandsbericht für Österreich eine Erwärmung um etwa +3,5 Grad Celsius bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Die Folgen sind u.a. ein Anstieg der Temperaturextreme, z. B. die Anzahl der heißen Tage. Die Temperatur während den Hitzeperioden im Sommer wird sich nach Modellberechnungen um 4 °C bis zum Ende des 21. Jahrhunderts erhöhen. Statt rund fünf Hitzewellen pro Jahr rechnen die ExpertInnen dann mit etwa 15 pro Jahr. An den zwei heißesten Wiener Stationen werden sich die Hitzetage im Mittel auf etwa 30 bis zur Mitte des Jahrhunderts verdoppeln und Ende des Jahrhunderts Werte zwischen 45 und 50 erreichen. Aufgrund des wärmeren Klimas werden Insekten, die der Pflanzenwelt (Maikäfer, Gartenlaubkäfer, Junikäfer, Eichenprozessionsspinner) schaden, oder auch für den Menschen gefährliche Insekten wie Stechmücken oder Zecken zunehmende Verbreitung finden.

Der Bericht macht deutlich, dass eine Eindämmung des Klimawandels eine Transformation Österreichs in Richtung einer emissionsarme Gesellschaft erfordert, mit der radikale strukturelle und technische Umbaumaßnahmen, soziale und technologische Innovation und partizipative Planungsprozesse verbunden sind.

Die Ergebnisse  der Forschungsarbeiten des Austrian Panel on Climate Change (APCC) bilden die Grundlage für die österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel.

Weitere Informationen und den Klimawandelsachstandsbericht finden Sie auf www.apcc.ac.at  sowie www.klimafonds.gv.at

Österreichische Klimastrategie bislang nicht ausreichend

Gemäß Kyoto-Protokoll und EU-interner Lastenaufteilung hatte Österreich im Zeitraum 2008-2012 ein Emissionsreduktionsziel von 13% gegenüber 1990 zu erreichen, was einem Gesamtvolumen von 343,9 Millionen Tonnen CO2 bzw. 68,8 Tonnen CO2 pro Jahr  entsprach. Dieses Ziel konnte aber nicht durch Emissionsreduktionen erreicht werden. Österreich hatte vielmehr in diesem Fünfjahreszeitraum insgesamt 415,9 Millionen Tonnen CO2 emittiert und lag damit deutlich über den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Zielen. Um die Kyoto-Verpflichtung dennoch rechnerisch zu erfüllen, mussten rund 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente mittels flexibler Instrumente ausgeglichen werden. Dazu wurden 160 Mio. Euro zum Kauf von Emissionszertifikaten ausgegeben. Außerdem wurden 531 Millionen Euro in Umweltprojekte investiert, bei denen CO2-Einsparungen angerechnet wurden.

Weitere Informationen beim Umweltbundesamt und im Klimaschutzbericht 2013

Bis 2020 strebt Österreich gemäß dem Klima- und Energiepaket der Europäischen Union im Zeitraum 2013-2020 für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels eine Emissionsreduktion von 16% gegenüber 2005 an. Dieses Ziel soll unter anderem mit dem 2011 in Kraft getretenen Klimaschutzgesetz sowie verschiedenen nationalen Maßnahmenprogrammen umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat Österreich eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet, damit die möglichen Folgen des Klimawandels in Hinkunft in allen Planungs- und Entscheidungsprozessen rechtzeitig mit berücksichtigt werden.

Weitere Informationen zur Klimaschutzpolitik in Österreich finden Sie auf den Internetseiten des Lebensministeriums.

Energieeffizienzgesetz (EEffG)

Das 2014 beschlossene Energieeffizienzgesetz (EEffG) verpflichtet Energielieferanten ab einer gewissen Größenordnung zum Nachweis von Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden im Umfang von 0,6% ihrer gesamten Energieabsätze des jeweiligen Vorjahres. Wird diese Vorgabe nicht erfüllt, ist ein Ausgleichsbetrag in Höhe von 20 Eurocent je fehlender kWh zu entrichten. Ab 2016 kann der Regulator diesen Betrag per Verordnung ändern. Diese Verpflichtung trat mit 1. Jänner 2015 in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahr 2020.

Neben der Lieferantenverpflichtung sieht das EEffG für große Unternehmen die Einführung eines Energiemanagementsystems oder die Durchführung eines Energieaudits im Intervall von vier Jahren vor. Mehr zu unseren Managementsystemen auf der Seite Zertifizierung.

Stromverbrauch steigt, Anteil an Wasserkraft sinkt

Privathaushalte und Wirtschaft verbrauchen nicht weniger, sondern zunehmend mehr Strom. So ist in Österreich der Inlandsstromverbrauch seit 1990 jährlich um 2% gestiegen. Das wirkt sich auch auf die österreichische Stromhandelsbilanz aus. Seit 2001 ist Österreich auf Stromimporte angewiesen. Allerdings führen aufgrund der Liberalisierung auch die Marktmechanismen dazu, dass mehr Strom (hauptsächlich aus Deutschland und der Tschechischen Republik) importiert wird.

Durch den Zukauf von ausländischem Strom verändert sich die Zusammensetzung des verbrauchten Stroms. In Österreich ist der Anteil des aus Wasserkraft erzeugten Stroms traditionell hoch – 2013 betrug er 68,1 Prozent. Bei steigendem Energieverbrauch geht der Anteil an dieser erneuerbaren Energiequelle aber zurück, weil der zugekaufte Strom aus dem Europäischen Strommix (ENTSO-E-Mix) vor allem aus fossilen Brennstoffen und Atomenergie gewonnen wird. Die Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Stromerzeugung beim europäischen Mix und in Österreich:

Primärenergieträger

ENTSO-E-Mix 2013

Österreich 2013*

Fossile Brennstoffe

43,3%

14,3%

Atomenergie

26,1%

0,0%

Wasserkraft

17,8%

68,1%

Sonstige erneuerbare Energieträger

12,5%

10,5%

Sonstige Primärenergieträger

0,3%

0,3%

Strom unbekannter Herkunft

--

6,8%

*Näherungswert für die Österreichische Stromkennzeichung.

 

Quellen: ENTSO-E-Mix: E-Control Gesamtaufbringung nach ENTSO-E; Österreich: E-Control Stromkennzeichnungsbericht 2014 (Seite 39)

 

Wien Energie liefert keinen Atomstrom

Wien Energie kann einen lückenlosen Nachweis über atomstromfreie Bezugsquellen erbringen, was auch die Regulierungsbehörde E-Control im Stromkennzeichnungsbericht 2014 bestätigt hat. Demnach stammt der Versorgermix der WIEN ENERGIE Vertrieb GmbH & Co KG im Labelingzeitraum zu rund 59 % aus bekannten erneuerbaren und zu knapp 41 % aus bekannten fossilen Energieträgern.