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Fernwärme

Effiziente Raumwärmebereitstellung

Im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen stellt Fernwärme, die überwiegend aus KWK-Kraftwerken und thermischen Abfallbehandlungsanlagen stammt, eine deutlich energieeffizientere und klimaschonendere Möglichkeit dar, Raumwärme bereitzustellen, als mit Heizsystemen etwa auf Basis von Kohle oder Öl.

Die Vorteile von Fernwärme im Vergleich zu konventionellen Heizungstechniken lassen sich beispielsweise anhand des „Primärenergiefaktors“ verdeutlichen. Dieser gibt an, wie viel Brennstoff (gemessen am Energiegehalt) insgesamt eingesetzt werden muss, um eine Einheit nutzbarer Energie bereit zu stellen.

Bei Anwendung der 6. Richtlinie des Österreichischen Instituts für Bautechnik ergibt sich für Fernwärme von Wien Energie ein Primärenergiefaktor von 0,33. Auf Basis dieser Richtlinie wurde der Wert 0,33 von der Stadt Wien festgelegt und mit der Novelle der Wiener Bautechnikverordnung per 1.1.2013 verbindlich in Kraft gesetzt.

Dem gegenüber weisen die in Wien ebenfalls verbreiteten Gasheizungen einen Faktor von 1,46 auf, bei alten Öl- und Kohleheizungen – von denen es inzwischen nur noch sehr wenige im Stadtgebiet gibt – liegt der Wert sogar noch höher. Bessere Werte als die Gasheizung hat die Wärmepumpe, aber auch sie erreicht nicht den gleichen Primärenergiefaktor wie die Fernwärme.

Zu beachten ist, dass diese Berechnungsmethode nach OIB Richtlinie 6 nicht geeignet ist, den Klimaschutzbeitrag in Folge des Einsatzes erneuerbarer Energien im Vergleich zu fossilen Energiesystemen zu ermitteln, denn gemäß der OIB Richtlinie 6 wird der fossile und erneuerbare Primärenergiefaktor für alle Brennstoffe zusammengefasst. Darum liegen die Primärenergiefaktoren von Biomasseheizungen und Gasheizungen auch in der gleichen Größenordnung.

 

Fernwärmenetz

Seit den 1980er Jahren wurde das Wiener Fernwärmenetz immer weiter ausgebaut. Insbesondere im Zeitraum von 1990 bis 2000 ist das Netz stark angewachsen und hat inzwischen eine Länge von über 1.200 km erreicht. Über dieses Netz beliefert die Wiener Netze GmbH rund ein Drittel aller Wiener Haushalte (über 290.000 WohnungskundInnen) und mehr als 5.600 GroßkundInnen mit Fernwärme für Heizung und Warmwasser. Damit beträgt der Marktanteil der Fernwärme am Wiener Niedrigwärmemarkt ca. 35 %.

Das Klimaschutzprogramm der Stadt Wien 2010 - 2020 (KliP II) sieht einen Ausbau des Fernwärmeanteils am Niedrigwärmemarkt auf 50 Prozent vor. Laut Smart City Wien Rahmenstrategie sollen im Jahr 2030 mehr als 20 % und bis 2050 dann 50 % des Bruttoendenergieverbrauchs von Wien aus erneuerbaren Quellen stammen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer starken Nutzung lokaler erneuerbarer Ressourcen und Abwärme sowohl für Wärme als auch für Strom. Die Erschließung und Entwicklung erneuerbarer Energieträger (z. B. Tiefengeothermie) für das Fernwärmesystem sowie die beträchtlichen Potenziale von Oberflächengeothermie (bis 300 m Tiefe) und von Solarenergie sind dabei von großer Bedeutung für die Zielerreichung.

 

 

Foto: Baustelle des Wärmespeichers Simmering
Bau des Wärmespeichers Simmering

Wärmespeicher Simmering

Der Hochdruck-Wärmespeicher Simmering wurde 2013 in Betrieb genommen. Es ist der weltweit erste Hochdruck- und Hochtemperatur-Speicher dieser Art. Er hat ein Speichervermögen von 850 MWh und soll jährlich rund 2.200 Stunden be- und entladen werden. Er dient der Zwischenspeicherung von Wärme aus dem KWK-Kraftwerk und dem Wald-Biomassekraftwerk am Standort Simmering. Dadurch können Erzeugung und Verbrauch von Wärme entkoppelt werden, wodurch der Einsatz von Spitzenkesseln bei sehr hohem Strom- und Wärmeverbrauch verringert werden kann. Das reduziert den Einsatz von Primärenergie deutlich und spart jährlich bis zu 11.000 t CO2-Emissionen ein.