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Natur & Landschaft

Beiträge zur Biodiversität

Einige unserer Aktivitäten stellen einen Eingriff in die Natur dar, weshalb wir uns darum bemühen, Maßnahmen zum Schutz der Landschaft und Natur zu ergreifen. Insbesondere im Bereich Friedhöfe sowie beim Bau von Gleisen für Straßenbahn und U-Bahn haben wir Möglichkeiten, unseren Beitrag zu leisten.

Förderung und Erhalt der Artenvielfalt auf Friedhöfen

Ein Bereich, in dem unsere Aktivitäten einen Einfluss auf die Artenvielfalt (Biodiversität) haben, sind die von uns betriebenen Friedhöfe. Um vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum zu bieten, haben wir auf dem Friedhof Neustift einen Umweltmusterfriedhof geschaffen. Entsprechend der örtlichen Gegebenheiten gibt es sieben Areale, in denen gezielt die Lebensräume für bestimmte Gattungen und die Biodiversität gefördert werden. So gibt es jeweils ein Areal, in dem speziell auf die Bedürfnisse von Fledermäusen, Reptilien, Singvögeln, Schmetterlingen (Tagfalter) und das Wiener Nachtpfauenauge (ein Nachtfalter) eingegangen wird. Weiters gibt es ein Biotop und eine Blumenwiese, bei der die Artenvielfalt besonders gefördert wird. Einen kleinen Bericht zum Umweltmuster-Friedhof Neustift finden Sie hier.

Als Beitrag zum Schutz und Erhalt der Bienen haben wir im Naturgarten des Wiener Zentralfriedhofs zehn Bienenvölker angesiedelt. Auf 40.000 qm Fläche mit einer großen Blumenwiese, Bäumen, Sträuchern und einem Biotop bietet er den Bienen Lebensraum, Futterquelle und Wasser.

Darüber hinaus haben wir eine Studie zum Thema Biodiversität und Friedhöfe erstellt. Danach ist Biodiversitätsschutz nicht allein durch Artenschutz zu erreichen. „Funktionierende Ökosysteme, die ein breites Artenspektrum aufweisen, sind ebenso wichtig wie die Vernetzung zwischen verschiedenen Lebensräumen. Friedhöfe können hier verschiedene Aufgaben als Bestandteil einer Grünen Infrastruktur übernehmen: Erhalt intakter Ökosysteme oder Bereitstellung von Habitatflächen, die mit Blick auf bestimmte Arten renaturiert wurden, oder das Anbieten von natürlichen Landschaftselemente, wie zum Beispiel kleine Wasserläufe, Waldstücke oder Hecken, die als Ökokorridore oder Trittsteine für wildlebende Arten dienen können. ... Wichtig ist, die BesucherInnen über diese Funktionen des Friedhofs zu informieren und so für Akzeptanz und Kooperationsbereitschaft zu sorgen.“

Die Studie können Sie hier herunterladen.

Umweltmusterfriedhof Neustift
Umweltmusterfriedhof Neustift

Rücksichtnahme beim Bau von Infrastruktur

Zum Schutz der Vögel haben wir viele Bahnhöfe mit vogelschlagsicheren Verglasungen ausgestattet. Diese sind mit hellgrauen Horizontalstreifen versehen, die von Vögeln besser erkannt werden. Die meist tödlichen Kollisionen sollen so vermieden werden. Am Stadlauer Friedhof haben wir am Rand der künftigen U-Bahn-Trasse Schlehe, Weißdorn und Heckenrose angepflanzt, die sich aufgrund ihrer Dichte und Ausdehnung als Brutplatz für den Neuntöter und andere Buschbrüter eignen.

Künstliche Lichtquellen haben oft negative Auswirkungen auf Insekten, Fledermäuse und Vögel. Darum benutzen wir auf Baustellen insektenfreundliche Metalldampflampen. Diese locken auch Schmetterlinge weniger stark an als herkömmliche Baustellenbeleuchtungen.

Auch großflächige Solarkraftwerke können einen negativen Einfluss auf die Biodiversität haben. Aber wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft, kann ganz im Gegenteil sogar zu Biodiversität beigetragen werden. Dies zeigt eine Untersuchung über die Auswirkungen des Bürgersolarkraftwerks Liesing auf die lokale Fauna. Das Auflockern der Vegetationsschicht beim Bau der Anlage hat die Lebensraumbedingungen für die örtliche bodengebundene Fauna verbessert. Durch spezielle Pflegemaßnahmen, etwa etappenweises Mähen der Wiesen, werden die dort lebenden Tierarten nun gezielt geschützt. So ist unter den Paneelen ein Biotop für bedrohte Tierarten (u.a. Hamster, Schnecken, Falter, Heuschrecken, Spinnen) entstanden.

Sanierung von Altlasten

Die Wiener Stadtwerke wollen sorgsam mit der Ressource Boden umgehen. Aus Fehlern der Vergangenheit haben wir gelernt und sanieren die von Verunreinigung betroffenen Grundstücke. 2006 konnten wir etwa die Sanierung des ehemaligen Standortes des Wiener Gaswerks Leopoldau abschließen, 2007 die der Altlast Haswellgasse – eine ehemalige Deponie – in Maria Enzersdorf.

Zuletzt kümmerten wir uns um eine Altlast auf dem Betriebsgrundstück Simmering. Vor allem durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg gelangten dort gelagerte Nebenprodukte aus der Zeit der Gasversorgung mit „Stadtgas“ in Boden und Grundwasser. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist die Altlast nun fachgerecht gesichert.

Eine Liste der bekannten Altlasten Wiens finden Sie beim Umweltbundesamt.