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Aufgaben, Ideen, Ergebnisse 2009

Luftreinhaltung

Für saubere Luft sorgen

In den vergangenen Jahrzehnten konnte die Luftqualität von Wien erheblich verbessert werden, auch dank des Beitrags der Wiener Stadtwerke. Hierzu zählen die ständige Verbesserung der Abgasreinigung unserer Kraftwerke, die Umstellung von Kohleheizungen auf Fernwärme und Gas in bestehenden und den Anschluss neuer Stadtgebiete an die Fernwärmeversorgung wie auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes.

Wien ist – auch aufgrund des Engagements der Wiener Stadtwerke – eine Metropole mit höchster Lebensqualität. Trotz beachtlicher Erfolge in der Luftreinhaltung gibt es immer noch zwei Schadstoffgruppen, die die Qualität der Außenluft in Wien beeinträchtigen: Feinstaub (PM) und Stickoxide (NOx). Diese Emissionen entstehen im wesentlichen durch Verbrennungsprozesse, insbesondere im Verkehr, bei der Raumheizung und in Kraftwerken. Somit wird ein Teil der Emissionen auch von den Wiener Stadtwerken, hier den Geschäftsbereichen Energieerzeugung und öffentlicher Verkehr, erzeugt. Insgesamt tragen die Dienstleistungen der Wiener Stadtwerke jedoch deutlich zur Senkung dieser Emissionen bei.

Öffentliche Verkehrsmittel senken die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden

Wie in vielen Großstädten ist auch in Wien der Staßenverkehr die mit Abstand größte Quelle für Feinstaub und Stickoxide. Durch den kontinuierlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und Verkehrsmittelangebotes tragen die Wiener Stadtwerke erheblich zur Begrenzung dieses Problems bei. Schon heute vermeidet allein das U-Bahn-Netz mehr als 22 Prozent des Pkw-Verkehrs – was rechnerisch eine Entlastung um 50 Tonnen Feinstaub und 453 Tonnen Stickoxide bedeutet.

Emissionsarme Flüssiggasbusse und Erdgasfahrzeuge

Bereits seit 1963 haben die Wiener Linien ihre Busflotte nach und nach auf Flüssiggas (LPG) – nicht zu verwechseln mit Erdgas (CNG) – umgestellt. Bei der Verbrennung des Gemisches aus Propan und Butan, die aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden und damit fossilen Ursprungs sind, werden praktisch keine Rußpartikel freigesetzt. Auch der Ausstoß von Stickoxiden wird deutlich reduziert. Um die NOx-Emissionen des Fuhrparks weiter zu reduzieren, werden bei den Wiener Linien seit August 2005 nur noch Autobusse mit Flüssiggasmotoren beschafft, die die Abgasnorm EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle, der gegenwärtig anspruchsvollste europäische Abgasstandard für Busse und Lkw) um die Hälfte unterschreiten (= EEV/2). EEV ist eine außerhalb der Euro-Grenzwerte definierte freiwillige Emissionsbegrenzung für Busse und LKW. Diese Abgasnorm ist strenger als Euro 5, aber weniger streng als die ab 2013 geltende Abgasnorm Euro 6. Ende 2009 waren ca. 81 % aller Busse mit der EEV-Motorengeneration – davon bereits 177 Busse mit EEV/2 – ausgerüstet, bis 2012 werden es ca. 96 % (429 von 447 EEV-Bussen) sein. Alle Busse sind zudem mit Katalysatoren zur Minderung von Stickoxiden und Kohlenmonoxid ausgestattet. Die Tabelle zeigt eine Übersicht der Feinstaub- und NOx-Emissionen der Busflotte der Wiener Linien.

Emissionen der Busflotte der Wiener Linien

Schadstoffemission pro Nutzkilometer

2009

±

2008

±

2007

±

2006

Feinstaub-Partikel in mg/Nutz-km 

47

-4,9%

49,4

-8,7%

54,1

-6,7%

 58,0

NOx in g/Nutz-km 

4,8

+6,7%

4,5

 +9,8%

4,1

+2,5%

4,0

Auch beim internen Fuhrpark wollen die Wiener Stadtwerke zur Emissionssenkung beitragen, indem die Pkw-Flotte auf Erdgasautos umgestellt wird. Bis Ende 2008 wurden 246 Erdgasfahrzeuge als Ersatz für auszumusternde Pkw beschafft. Ende 2009 waren bereits 390 Erdgasfahrzeuge in Betrieb.

Emissionseinsparung durch Fernwärme

Nach dem Straßenverkehr sind die Heizungsanlagen zur Bereitstellung von Raumwärme die zweitgrößte Quelle für Feinstaub und Stickoxide in Wien. Hier wirkt sich der Ausbau des Fernwärmenetzes positiv aus, denn durch die Nutzung von Fernwärme entstehen keine zusätzliche Feinstaubemissionen. Derzeit beträgt der Marktanteil von Wien Energie Fernwärme rund 36 Prozent. Bis 2020 soll er auf 50 Prozent gesteigert werden. Ab dann werden die Emissionen von Feinstaub aus dem Sektor Raumwärme um 30 Tonnen pro Jahr reduziert.

Luftreinhaltung bei der Energieerzeugung

Auch Kraftwerke setzen Feinstaub, Stickoxide und weitere Luftschadstoffe frei, wobei im Vergleich zu den oben genannten Bereichen der Anteil aufgrund fortgeschrittener technologischer Entwicklungen inzwischen recht gering ist. So sind in den letzten 25 Jahren alle kalorischen Kraftwerke in Wien mit ausgeklügelter Filtertechnik ausgestattet worden. Seither ist der Ausstoß an Schwefeldioxid (SO2) um 99 % und an Stickoxiden (NOx) um 87 % gesunken.

Emissionen Luftschadstoffe der Strom- und Wärmeerzeugung (Wien Energie)

Schadstoffemission in Tonnen

2009

2008/2009

+/-

2008

2007/2008

+/-

2007

2006/2007

SO2 in t

185

+51,4%

122

+4,7%

101

NOx als NO2 in t

888

-22,3%

1.143

+21,0%

1.041

Die jährliche Höhe der NOx- und SO2-Emissionen variiert im wesentlichen mit der Produktion und der Fahrweise des Kraftwerksparks. So ist etwa der Anstieg der SO2-Emissionen von 2008 auf 2009  darauf zurückzuführen, dass Wien Energie Fernwärme im Winter 2008/09 zeitweise die Spitzenkessel mit Ölfeuerung betrieben hat. Diese Anlagen werden in den nächsten Jahren ersetzt.

Luftreinhaltung auch beim Krematorium

Die Wiener Stadtwerke haben zum 1.1.2008 die Städtischen Friedhöfe Wien und das über 20 Jahre alte Krematorium Simmering übernommen. Dieses wurde im Geschäftsjahr 2008 unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes für rund 3,2 Mio. EUR umgebaut und u. a. mit einer modernen Rauchgasreinigungsanlage bei gleichzeitiger Optimierung der Energienutzung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.