Kontakt

Auf Wunsch kontaktieren wir Sie!

Konzernkommunikation:
Mag. Robert Hierhold
Konzern-Mediensprecher
Tel: +43 (1) 531 23-73973

Fachfragen Nachhaltigkeit:
Dipl.-Ing. Isabella Kossina, MBA
Konzern-Nachhaltigkeits-
beauftragte
Tel.: +43 (1) 531 23-74811

Aufgaben, Ideen, Ergebnisse 2009

Erneuerbare Energien

Energie aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse

Bereits heute nutzen die Wiener Stadtwerke Wasser, Wind, Sonne und Biomasse zur Energieerzeugung. In Zukunft wollen wir den noch kleinen Bereich der erneuerbaren Energien ausbauen. Dafür haben wir uns konkrete Ziele gesetzt.

Wien Energie nutzt auch erneuerbare Energieträger, u. a. in Wasserkraftwerken (Niederösterreich und Wien-Nussdorf), Windparks, im Wald-Biomassekraftwerk Simmering oder in Fotovoltaikanlagen. Im Geschäftsjahr 2008/09 betrug die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern (inkl. Großwasserkraft und Ausland) bei Wien Energie 713 GWh, was einem Anteil von 11,5 % an der Eigenerzeugung entspricht. Die Tabelle zeigt unseren Erzeugermix der letzten Jahre für Strom.

Erzeugermix Wien Energie für Strom

Stromerzeugung

(Geschäftsjahr Wien Energie)

 

2009

2008

2007

2006

 

2008/09

2007/2008

2006/07

2005/06

Stromerzeugung gesamt*

GWh

6.183,4

5.432,9

 4.661,3

 5.619,3

hiervon kalorische Kraftwerke

%

88,40

86,73

85,80

90,50

hiervon Wasserkraft

%

7,76

8,89

8,96

7,66

hiervon Windkraftanlagen

%

1,55

1,35

1,25

0,83

hiervon Fotovolatik

%

0,0001

hiervon Biomasse

%

2,13

2,77

3,70

0,76

hiervon Abfall

%

0,09

0,22

0,25

0,21

hiervon sonstige Anlagen

%

0,07

0,03

0,04

0,04

Stromerzeugung aus nicht fossilen Quellen**

GWh

713,1

 719,1

 659,8

531,3

Anteil Erneuerbare an Gesamterzeugung

%

11,5

13,2

14,2

9,5

* Inkl. Eigenbedarf Kraftwerke
** Inkl. Beteiligungen im In- und Ausland

Strom aus Wind und Wasser

Mit unseren Wasserkraftwerken Opponitz, Gaming 1 und 2 und Trumau sowie dem im Jahr 2005 errichteten Kleinwasserkraftwerk Nussdorf erzeugen wir Strom aus erneuerbaren, sauberen Quellen. Sogar das Kühlwasser in der Auslaufturbine des Kraftwerks Simmering nutzen wir zur Stromerzeugung. Hinzu kommen Bezugsrechte an den Donaukraftwerken Greifenstein und Freudenau. Im Wien Energie Geschäftsjahr 2008/09 haben wir 7,7 %  (Vorjahr 8.9%) unseres Stroms mittels Wasserkraft erzeugt.

Die größten prozentualen Zuwächse bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren haben wir 2008/2009 wie im Geschäftsjahr zuvor bei den Windkraftanlagen erzielt. Bereits 1997 haben wir unser erstes Windrad zur Stromerzeugung auf der Donauinsel errichtet. Seitdem wurde eine ganze Reihe von weiteren Windparks in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerunternehmen gebaut. In den letzten Jahren hat Wien Energie Wienstrom sich verstärkt im Ausland engagiert, so bei den Windparks in Levél (Ungarn, 24 MW) und Sepopol (Polen, 60 MW) und bei weiteren Kleinwasserkraftwerken in Rumänien.

KWK auch mit Biomasse

Die vermehrte Nutzung von Biomasse sehen die Wiener Stadtwerke nicht unkritisch. Zwar können durch Biomassekraftwerke fossile CO2-Emissionen eingespart werden, andererseits bestehen aber auch Gefahren – etwa für die Nahrungsmittelproduktion oder die biologische Vielfalt. Die Wiener Stadtwerke setzen bei der Nutzung von Biomasse deshalb nicht auf Energiepflanzen, sondern auf Waldholz, das bisher aus wirtschaftlichen Gründen kaum genutzt wurde. Dazu gehören zum Beispiel Dünnholz, Kappholz und Äste.

Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten haben wir am Standort Simmering das größte Wald-Biomassekraftwerk in Europa errichtet. Seit 2006 in Betrieb, kann es rund 48.000 Wiener Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Wärme versorgen. Für eine vergleichbare Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken würde man rund 72.000 t Steinkohle oder rund 47.000 t Heizöl verbrauchen. Durch das Wald-Biomassekraftwerk können so 144.000 t CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden. Mehr zu unserem Wald-Biomassekraftwerk erfahren Sie unter www.biomassekraftwerk.at.

Das Wien Energie-Bereichsunternehmen Energiecomfort hat von den bis 2010 geplanten sechs neuen Biomasse-Heizwerken für Ortswärmenetze bereits fünf –  Grän, Seefeld, Tannheim, Trumau und Oberstaufen (D) - in Betrieb genommen. Mittlerweile steigt in diesen Orten die Nachfrage nach Anschlüssen, daher werden die Kapazitäten der Anlagen und die Netze ausgebaut. Die Erweiterung des Biomasse-Heizwerks in Oberstaufen (D) um eine KWK-Stufe ist in Vorbereitung. KWK stellt bei Biomasseanlagen eine technische Herausforderung dar, denn diese kleine Feuerungsanlagen arbeiten im Vergleich zu großen Kraftwerken auf einem deutlich niedrigeren Temperaturniveau. So ist das zur Verfügung stehende Temperaturgefälle zwischen Wärmequelle (Rauchgas) und Wärmesenke (Wasser) in der Regel zu niedrig um eine Turbine mit Wasserdampf zu anzutreiben. Daher soll bei der Erweiterung das sogenannte ORC-Verfahren (Organic Rankine Cycle) zum Einsatz kommen. Dabei wird statt Wasser eine andere Flüssigkeit mit niedrigeren Siedepunkt eingesetzt.

Fotovoltaik

Um einen Beitrag zur Förderung der Solar-Technologie zu leisten, wurde im Zuge der Modernisierung des Kraftwerks Simmering 1 eine 311 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage – die größte Wiens – installiert. Sie kann seit Frühjahr 2009 jährlich rund 22 MWh Strom produzieren. Im Geschäftsjahr 2008/09 betrug die Stromerzeugung aus Fotovoltaik 6,94 MWh, also nur 0,0001% unserer Gesamterzeugung.

Fotovoltaik wird also kurz- und mittelfristig kein Standbein für die Stromversorgung in Ballungsgebieten sein. Interessant ist die Technologie dennoch, und zwar an Orten, an denen wenig Strom benötigt wird oder kein Netz zur Verfügung steht. Langfristig könnte Fotovoltaik wichtige ergänzende Beiträge leisten. In einem anspruchsvollen Szenario für die Stadt München in 50 Jahren wird es für möglich gehalten, dass der Anteil der Fotovoltaik an der Stromerzeugung 4,5 % umfassen könnte. (Download der Studie, pdf, 2,2 MB)

Wärme aus Erneuerbaren

Zur Deckung des Bedarfs an Warmwasser und Raumwärme können erneuerbare Energieträger ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten. Thermische Sonnenkollektoren sind für die Warmwassererzeugung ("Solarthermie") interessant und amortisieren sich langfristig. Auch im 14. Bezirk hat Wien Energie auf einer Fläche von insgesamt 280 Quadratmetern 200 neue Dachgeschosswohnungen mit Sonnenkollektoren ausgestattet. Diese decken rund zwei Drittel des Warmwasserbedarfs ab. Für den Rest sorgt ein effizientes Erdgas-Brennwertgerät, das zugleich Heizwärme liefert.

Die Wiener Linien betreiben auf verschiedenen Bahnhöfen sowie U-Bahn-Stationen Solarthermieanlagen und nutzen Erdwärme (Geothermie) in neuen Werkstättengebäuden sowie in den 2008 eröffneten U2-Tiefstationen. Bis 2013 sollen weitere drei Solarthermieanlagen auf Dächern von Betriebsgebäuden (Bahnhof Favoriten, Garagen Spetterbrücke und Raxstraße) errichtet werden. Die Wärme wird zur Warmwasserbereitung für die WerkstättenmitarbeiterInnen der Bahnhöfe und zum Heizen genutzt. Im Zuge der Umbauten des Verkehrsbauwerks Südtiroler Platz sowie der Hauptwerkstätte Simmering wird auf Erdwärmenutzung (Geothermie) umgestellt.

Biogas

Wien Energie ist an einem Projekt zur Erzeugung von Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen beteiligt. Das Biogas soll als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge genutzt werden. Zudem sind wir einer der Hauptpartner an einem Projekt, das zeigen soll, dass die Aufbereitung von Biogas aus einer Biogasanlage zu Gas mit Erdgasqualität („Biomethan“) technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Hierbei kommt ein von Wien Energie Gasnetz GmbH (Wiengas) und Partnern patentiertes Membrantrennverfahren erstmal großtechnisch zum Einsatz. Das erzeugte Biomethan erfüllt alle Anforderungen der einschlägigen Richtlinien der ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) und darf somit in das Erdgasnetz eingespeist werden. Bis Ende 2009 wurden bereits über 950.000 Kubikmeter Biomethan mit einem Methangehalt von mehr als 98 % ins Erdgasnetz eingespeist. Umgerechnet sind dies rund 100 Kubikmeter pro Stunde entsprechend 800.000 Kubikmeter pro Jahr – das reicht aus, um mehr als die Hälfte der in Österreich derzeit zugelassenen Erdgasfahrzeuge zu versorgen.
Mehr zu diesem Projekt erfahren Sie auf der Projektwebseite von biogas-netzeinspeisung.at.

Energieverbrauch senken, Anteil erneuerbarer Energie erhöhen

Trotz unserer ambitionierten Maßnahmen und Projekte zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger basiert unsere eigene Energiegewinnung immer noch überwiegend auf fossilen Brennstoffen. Um daran substanziell etwas zu ändern, müsste der Strom- und Wärmeverbrauch deutlich zurückgehen. Dazu wollen die Wiener Stadtwerke einen wesentlichen Beitrag leisten. Mehr dazu auf der Seite Energieverbrauch.

Stromerzeugung

 


2008/2009


+/-


2007/08


+/-


2006/07


+/-


2005/06

Stromerzeugung gesamt* (Gwh)

6.183,4

+13,8%

5.432,9

17%

4.661,3

-17%

5.619,3

aus nicht fossilen Quellen erzeugter Strom** (Gwh)

713,1

-0,8%

719,1

9%

659,8

24%

531,3

Anteil an Gesamterzeugung

11,5%

13,2%

14,2%


9,5%

* inkl. Eigenbedarf Kraftwerke
** inkl. Beteiligungen im In- und Ausland