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Energieeffizienz

Effizient das Klima schützen

Von 2008 bis 2010 und haben die Wiener Stadtwerke eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz realisiert. Zur weiteren Umsetzung unserer Energieeffizienzstrategie sind auch für die kommenden Jahre umfangreiche Investitionen vorgesehen.

Kraft-Wärme-Kopplung

Bereits in den 1960er Jahren errichtete die Stadt Wien die MVA Spittelau, die erstmals Müllverbrennung mit Fernwärmeerzeugung verband. Damit war der Grundstein für das heute in Wien so erfolgreiche System der Nutzung von Abwärme zur Erzeugung von Fernwärme gelegt. In weiterer Folge wurden alle Gaskraftwerke im Stadtgebiet mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ausgestattet, um die Abwärme, die bei der Stromerzeugung mit Brennstoffen auftritt, für Fernwärme zu nutzen. Diese Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht eine Stromerzeugung bei maximaler Nutzung des Energieinhalts der Brennstoffe. So kann bei Gaskraftwerken der Brennstoffnutzungsgrad von etwa 40 Prozent (ohne Wärmeauskopplung) auf bis zu 86 Prozent gesteigert werden. Weiterhin wird in den Wiener Müllverbrennungsanlagen der Energiegehalt von jährlich rund 943.000 Tonnen Abfall für die Erzeugung von Fernwärme und teilweise auch von Strom erschlossen.

Ausbau der Fernwärme

Kraft-Wärme-Kopplung setzt voraus, dass die anfallende Wärme auch sinnvoll genutzt werden kann. Daher baut Wien Energie Fernwärme sein Fernwärmenetz kontinuierlich aus. Dafür wurden in den vergangenen Jahren jährlich rund 80 Millionen EUR investiert. In den kommenden Jahren wird der Ausbau intensiviert, denn bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Fernwärme im Wiener Niedrigtemperatur-Wärmemarkt von heute 36 % auf mindestens 50 % gesteigert werden.

Wiener Modell

Die gezielte und umfassende Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung sowie des Energieinhalts von Abfällen wird in Wien durch die Kombination von KWK-Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen mit einem leistungsstarken Fernwärmenetz erreicht. Dieser Ansatz wird inzwischen als „Wiener Modell“ bezeichnet und ist in Fachkreisen international bekannt.

Balkendiagramm: Erzeugungskapazitäten

Ausbau und Modernisierung

Der technologische Fortschritt ermöglicht immer höhere Wirkungsgrade in der Kraftwerkstechnik. Um diese Vorteile zu nutzen und die Kapazität auszubauen, hat Wien Energie Wienstrom das Kraftwerk Simmering 1 grundlegend modernisiert und erweitert. Seit 2009 steht nun eine Kapazität von 700 MW elektrischer und 450 MW thermischer Energieerzeugung zur Verfügung. Die Modernisierung führte zu einer Wirkungsgradsteigerung (elektrisch) von 42 % auf 57 %. Die Kapazität wurde nahezu verdoppelt (bisher 360 MWel, nun 700 MWel). In den nächsten Jahren – konkret bis 2014 – soll die Müllverbrennungsanlage Spittelau energiewirtschaftlich optimiert werden. Weiters werden die alten Heizkraftwerke in Arsenal und Kagran durch neue Anlagen ersetzt.

Fernkälte

Um die anfallende Wärme auch in den Sommermonaten nutzen zu können, wird Fernkälte als neues Geschäftsfeld aufgebaut. Zur Erzeugung von Fernkälte wird Wärme in Absorptionskältemaschinen eingesetzt. Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen benötigt diese neue Technologie deutlich weniger Strom. Wien Energie Fernwärme konnte bereits mehrere Kälteprojekte realisieren. So wurde 2009 eine Fernkältezentrale in Spittelau errichtet, die nun unter anderem das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien), die Universität für Bodenkultur (BOKU), das Bürogebäude Skyline und das Medienhaus (besser bekannt als Ö3-Gebäude) mit Fernkälte versorgt. Bis zum Jahr 2020 soll in dem Geschäftsfeld Fernkälte die Kälteleistung von derzeit 38,9 MW auf 200 MW ausgebaut werden.

Netze

Wien Energie besitzt und betreibt 22.200 km Stromnetz, 3.500 km Gasnetz und 1.200 km Fernwärmeleitungen. Netzverluste bei der Übertragung und Verteilung sind das zentrale Effizienzthema derartiger Netze. Daher, und auch um weitestgehend unterbrechungsfrei zu liefern, werden die Energienetze von Wien Energie mit jährlichen Investitionen von rund 185 Mio. EUR kontinuierlich optimiert und modernisiert. Ergebnis ist, dass die Stadt Wien bei den Netzverlusten bei allen Medien im internationalen Spitzenfeld liegt:  5,3 % im Strom-, 0,3 % im Gas- und gut 8,5 % im Fernwärmenetz.

 


KundInnenberatung zu Energieeffizienz

Unsere Verantwortung für Energieeffizienz endet nicht im eigenen Wirkungsbereich. Zum Erreichen der Energie- und Klimaschutzziele ist es unerlässlich, die Nachfrage nach Energie auch bei unseren KundInnen zu verringern bzw. nicht ansteigen zu lassen. Bereits seit Jahrzehnten unterstützen wir unsere KundInnen mit einem umfangreichen und ständig wachsenden Beratungs- und Energieeffizienz-Dienstleistungsangebot. Mehr Informationen zu unseren Beratungsangeboten finden Sie hier.