Interessantes
- Stadtentwicklungsplan
- Masterplan Verkehr Wien
- UITP Climate Change Information Session, Brüssel, 18.9.2009. I. Kossina: The Experience of Vienna City (pdf, 3,7 MB)
Materialien der Wiener Stadtwerke zur Nachhaltigen Entwicklung:
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Konzernkommunikation:
Mag. Robert Hierhold
Leiter Konzernkommunikation
Tel: +43 (1) 531 23-73973
Fachfragen Nachhaltigkeit:
Dipl.-Ing. Isabella Kossina, MBA
Konzern-Nachhaltigkeits-
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Tel.: +43 (1) 531 23-74090
Sicherheit im Verkehr
Verkehrsunfälle minimieren
Der öffentliche Personennahverkehr ist deutlich sicherer als das eigene Auto. Dennoch kommt es auch hier immer wieder zu Unfällen. Die Wiener Stadtwerke unternehmen umfangreiche Maßnahmen, um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten.
Verkehr ist leider immer auch eine Quelle von Unfällen. So gab es 2008 in Wien 4.800 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, dabei wurden 27 Menschen getötet. Statistiken belegen regelmäßig, dass der öffentliche Personennahverkehr deutlich niedrigere Unfallraten aufweist als der Individualverkehr. Beispielsweise standen im Zeitraum 2004 bis 2006 11.179 verletzten Pkw-Insassen lediglich 341 verletzte Straßenbahn- und 346 verletzte Bus-Insassen gegenüber.
Im Pkw wurden in diesem Zeitraum sechzehn Mal so viele Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt wie in Straßenbahn und Bussen zusammen. Wer mit den Öffis unterwegs ist, fährt offensichtlich deutlich sicherer als mit dem Pkw. Bezogen auf die Fahrgäste der Wiener Linien kommt auf drei Millionen Fahrgäste ein bei einem Verkehrsunfall Verletzter.
Ein Restrisiko bleibt auch bei den Öffis natürlich immer bestehen. Dieses ist aber langfristig konstant, und das trotz steigender Platzkilometerleistung und steigender Fahrgastzahlen, wie eine Betrachtung des Zeitraums 2002 bis 2007 aus Sicht der Wiener Linien aufgrund ihrer internen Statistik belegt.
So verringern wir das Restrisiko
Unfälle machen deutlich, wie wichtig unsere hohen Sicherheitsstandards sind. Um das Unfallrisiko zu minimieren und zu vermeiden, dass wir einen Unfall verschulden, gilt es, technisches und menschliches Versagen zu verhindern. Denn: Jeder Unfall ist einer zuviel!!!
Um technisches Versagen zu vermeiden, werden unsere Fahrzeuge regelmäßig gewartet und modernisiert. Das Wartungs- und Instandhaltungsmanagement ist IT-gestützt. Straßenbahnen und U-Bahnen müssen bei uns alle vier bis sechs Wochen in die Werkstatt. Busse kommen einmal jährlich zur Untersuchung nach §57a Kraftfahrzeuggesetz, Schienenfahrzeuge nach §61 Straßenbahnverordnung spätestens alle acht Jahre bzw. nach 500.000 (Straßenbahnen) oder 750.000 Fahrkilometern (U-Bahnen) zur Inspektion. Die regelmäßig durchgeführten Instandhaltungsaktivitäten der Bahnen werden bei uns von einer unabhängigen internen Prüfstelle qualitätsgesichert.
Die Wiener Linien investieren laufend in die konsequente Verbesserung der Anlagensicherheit und nehmen jeden Vorfall, der nicht verhindert werden konnte, zum Anlass, neue Maßnahmen rasch zu entwickeln. Beispiele dafür sind etwa die Nachrüstung der alten Straßenbahngarnituren mit elektronischen Türfühlerkanten, die bis 2019 abgeschlossen sein soll (siehe auch im Nachhaltigkeitsprogramm). Mehr dazu auch auf der Webseite der Wiener Linien und im Jahresbericht 2010 der Wiener Linien.
Neben dem Faktor Technik trägt der Mensch als LenkerIn oder FahrerIn zur Sicherheit der Fahrgäste mit großer Verantwortung bei. Hier verfolgen wir mehrere Ansatzpunkte: Technische Sicherheitseinrichtungen wie etwa Abfahrtsperren bei geöffneten Passagiertüren oder automatische Bremsen bei Überfahren von roten Signalen reduzieren den Spielraum für menschliches Versagen.
Dort, wo mechanische Schutzeinrichtungen technisch nicht möglich sind, greifen Vorschriften und Verhaltensregeln. Besonders wichtig sind regelmäßige Schulungen. Neben umfangreichen Schulungen und Trainings bei der Ausbildung nehmen die FahrerInnen regelmäßig an Weiterbildungsmaßnahmen und Trainings zur Sicherheit teil. Der Umfang unserer Qualifikationsmaßnahmen überschreitet deutlich das gesetzlich vorgeschriebene Maß.
Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Kundenorientierung und Störungsbehebung, wobei die höchste Priorität auf Sicherheit gelegt wird. Eine Ausbildung zur/zum StraßenbahnfahrerIn dauert 40, die zur/zum U-BahnfahrerIn 39 und die zur/zum AutobuslenkerIn 36 Tage. Im Gegensatz zu den z.B. gesetzlich vorgegebenen acht Praxisstunden zur Ausbildung als AutobuslenkerIn werden bei den Wiener Linien in mindestens 20 Fahrstunden praxisrelevante Fahrsituationen geschult. In allen Bereichen finden jährliche Wiederholungsschulen statt.
Bereits bei der Auswahl des Personals für Fahrdienst und Stationsaufsicht wurde - neben den standardisierten Tests bzgl. Reaktion, Konzentration und optischer Wahrnehmungsfähigkeit - erhöhtes Augenmerk auf Kundenorientierung und Persönlichkeitsverhalten gelegt. Aufgrund der BewerberInnenstruktur war es zudem notwendig, sprachliche Kenntnisse der künftigen MitarbeiterInnen genauer zu betrachten. Durch die Einführung entsprechender Tests wurde rasch auf die Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert. Die bei den Wiener Linien durchgeführten Auswahlkriterien und Testreihen erfüllen hohe internationale Standards.
Der Faktor Mensch beschränkt sich nicht auf unser Personal für Fahrdienst und Stationsaufsicht, sondern umfasst alle VerkehrsteilnehmerInnen. Als Präventionsmaßnahme führen wir etwa Kampagnen zur Bewusstseinsbildung der Fahrgäste oder auch spezielle Schulungen für Kindergärten und Schulklassen durch.
Aus Erfahrung lernen
Wenn es (doch) zu einem Unfall gekommen ist, wird bei jedem Fall die Unfallursache genauestens analysiert. Dadurch wird sichergestellt, dass Fehlerquellen entdeckt, Verbesserungspotenziale erkannt und Maßnahmen gesetzt werden können. Strenge Bestimmungen regeln die Meldepflichten über Unfälle an Behörden. Bei Bedarf wird eine amtliche Unfalluntersuchungsstelle aktiv.
Schließlich tauschen wir uns in verschiedenen Arbeitskreisen (z.B. VDV Verband deutscher Verkehrsunternehmen, Fachverband der Schienenbahnen-Wirtschaftskammer Österreich, UITP) mit anderen Nahverkehrsunternehmen aus, um wechselseitig von den Erfahrungen zu lernen. An vielen Treffen nehmen auch Herstellerfirmen von Schienenfahrzeugen und Autobussen teil. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Entwicklung neuer Modelle berücksichtigt. Bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge orientieren sich die Wiener Linien am jeweils aktuellen Stand der Technik. Mehr Informationen zur Sicherheit finden Sie auch auf der Webseite der Wiener Linien unter Sicherheit bei den Wiener Linien.
Unabhängig erstellte Verkehrsunfallstatistiken finden Sie auf den Internetseiten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit bei der Statistik Austria sowie bei der Stadt Wien.




